Glück ist deine wahre Natur. Du hast ein Recht darauf, glücklich zu sein. Die Religion lehrt dich, wie du glücklich sein kannst. Nur wenn dein Leben ein Fest ist, voller Liebe und Freude; wenn du vor Glück tanzt, wirst du religiös sein.
Die Unwissenden sind jedoch nicht in der Lage, das Wesen der Religion zu begreifen. Sie verstehen nicht die einfache Wahrheit, dass Religion bedeutet, glücklich zu sein und Glück zu verbreiten. Es herrscht große Unwissenheit in Bezug auf Religion.
Unwissenheit über Religion
Glaubst du etwa, Religion bedeute Leiden, sich selbst Schmerzen zuzufügen? Genauso falsch ist der Glaube, Glück könne man durch Äußerlichkeiten erlangen, wie auch der Glaube, man müsse leiden, um religiös zu werden und in einem anderen Leben Glück zu finden. Wenn du glaubst, Religion bedeute Leiden, dann korrigiere diese Ansicht umgehend, denn sonst erschaffst du nur eine Gesellschaft von Masochisten, die im Leid versunken ist. All deine sogenannten religiösen Aktivitäten im Leben werden sich dann um Unglück drehen. Unglück zu respektieren kann niemals Religion sein.
Ein Fakir namens Zusia lag im Sterben. Jemand fragte ihn: „Hast du deine Askese eingehalten und deine Gelübde ordnungsgemäß befolgt? Wirst du Gott gegenübertreten können?“ Er antwortete: „Ich kenne Gott sehr gut. Er ist kein böser Mensch, der fragen wird: ‚Wie viele Tage hast du gehungert?‘ Er wird fragen: ‚Wie glücklich warst du? Wie oft konntest du von den Umständen unberührt bleiben und in innerer Glückseligkeit schwelgen?‘“
Wer in sich grenzenlose Freude gefunden hat, den plagen weder Essen noch andere Dinge. Er übt wahre Askese. Würdigt einen solchen Asketen, ehrt ihn mit großen Prozessionen, werft euch ihm zu Füßen. Ein solcher Mensch kann wahrlich als fromm bezeichnet werden. Doch ihr verehrt einen Unglücklichen, und wer unglücklich ist, ist nicht fromm. Warum also ehrt ihr ihn? Er sollte uns vielmehr bemitleiden. Indem ihr Unwissende lobt, offenbart ihr eure eigene Unwissenheit! Indem ihr glaubt, dass diejenigen, die sich und andere unglücklich machen, fromm sind, verbindet ihr Religion mit Unglück und begeht einen schweren Fehler. Deshalb ist Unglück das Ziel eures Lebens und das Ende eures Lebens.
Deine falschen Vorstellungen von Religion sitzen so tief, dass du nicht bereit bist, auch nur einen Millimeter nachzugeben. Du bist bereit, unglücklich zu sein, aber nicht, deine Sichtweise zu ändern. Du kannst dir nicht vorstellen, dass ein religiöser Mensch glücklich ist, noch kannst du akzeptieren, dass ein glücklicher Mensch religiös ist. Du hast Religiosität mit Unglück gleichgesetzt. Doch Religion ist zweifellos der ultimative Überwinder allen Leidens. Religion ist die Kunst, glücklich zu sein. Wenn du im wahrsten Sinne des Wortes religiös wirst, wirst du unweigerlich glücklich sein. Wer ein Leben voller Freude führt, ist Gott lieb. Solch ein Mensch bleibt in jeder Lage glücklich. Das Kennzeichen eines glücklichen Menschen ist Zufriedenheit.
Was ist wahre Religion?
Religion zeigt dir eine tiefere Quelle des Glücks. Sie lädt dich ein, in dein Innerstes zu blicken und dein wahres Selbst zu erkennen. Das ist keine schwierige Aufgabe, im Gegenteil, es ist ganz einfach. Fragst du eine Rose in voller Blüte, ob das Blühen schwierig war, wird sie antworten: „Ich musste ja nicht zu Jasmin werden, warum sollte es schwierig sein? Ich musste nur blühen. Das Blühen selbst war eine Freude, und die Freude hält auch nach dem Blühen an.“ Blühen ist ein natürliches Phänomen. Wie kann etwas Natürliches schwierig sein? Natürlich sein bedeutet, normal zu sein, und normal sein ist immer einfach. Religion bedeutet, in der eigenen Natur zu ruhen. Wie kann das schwierig sein?
Wandere nicht länger ziellos im Außen umher. Dein Schatz liegt in dir verborgen, und doch suchst du ihn anderswo. Dein Reich liegt in dir, und doch suchst du Reichtümer im Außen. Ändere einfach die Richtung deiner Suche, schau nach innen, und dein Leben wird sich grundlegend verändern. Warum unternimmst du nie die Reise nach innen? Du wanderst in die Ferne und zählst dein Leid. Du triffst Vorbereitungen, um zu Mond und Sternen zu reisen, aber nicht nach innen. Du verschließt die Augen vor dem, was ganz nah ist. Das Selbst ist dir am nächsten, doch du glaubst, es sei unendlich fern. Daher ist es das Erste, zu erkennen, dass es dir am nächsten ist. Dann solltest du dich bemühen, darin fest zu stehen.
Wenn die Fähigkeit zur Unterscheidung erwacht und man erkennt, dass die äußere Welt keine wahre Freude schenken kann, beginnt die innere Reise. Beginnt man diese Reise, wendet man sich seinem Selbst zu. Und wenn man nach innen blickt, nähert man sich dem, was einen niemals verlassen wird. Mehr noch: Während man nach innen blickt, entspringen Quellen der Freude. Man selbst wird nicht nur von Freude erfüllt sein, sondern auch die Welt mit Freude erfüllen. Wer glücklich ist, macht auch andere glücklich. Was könnte er anderes ausstrahlen als Glück?
Wenn du unglücklich bist, hast du dich von Gott abgewandt. Religiös zu sein ist keine Flucht, keine Feigheit und auch kein Zeichen von Hilflosigkeit oder Schwäche. Wenn dein Herz vor Freude überquillt, wisse, dass du auf dem Weg der wahren Religion bist. Ein religiöser Mensch bleibt unberührt, freudig und duftend, wo immer er ist!









