Berge. Majestät, Ruhe, Weite, Erhabenheit und Begeisterung. Das sind einige der Assoziationen, die uns in den Sinn kommen, wenn wir an Berge denken. Diese hoch aufragenden Söhne Mutter Erdes haben seit jeher die Fantasie von Dichtern beflügelt, Künstler inspiriert und Heiligen friedvolle Heimat geboten.
Darüber hinaus vermitteln sie uns auch einige wertvolle Lektionen fürs Leben.
Die Reise des Lebens – Verschlungene Pfade durch die Berge
Das Leben ist wie eine Bergbesteigung. Voller Begeisterung beginnen wir den Aufstieg am Fuße des Berges, den Gipfel schon vor Augen. Doch plötzlich tauchen Hindernisse auf, die uns den Gipfel aus den Augen verlieren lassen. Aber nachdem wir sie überwunden haben, behalten wir unser Ziel wieder im Blick und setzen unseren Weg fort.
Beim Bergsteigen kommt es häufig zu Umwegen und Umkehrungen. Diese sind jedoch als Teil des Weges zu betrachten und nicht als „Misserfolge“.
Oftmals gibt es keine vorgezeichneten Wege, und man muss neue beschreiten. Diese Abschnitte der Reise erfordern Zeit, Konzentration, Vertrauen und Geduld. Man braucht Mut, um diesen Teil der Reise zu bewältigen, sonst landet man auf ausgetretenen Pfaden, die zu einem anderen Ziel führen.
Ein typischer Lebensweg – über Hügel und Täler
Das Leben ist eine interessante Reise, aber für viele auch oft gefährlich.
Die meisten Menschen beginnen ihr Studium, ihre Arbeit oder ihr soziales Leben mit Begeisterung. Sie streben unermüdlich nach oben, selbst angesichts von Widrigkeiten, und lernen und wachsen dabei. Doch dann, irgendwann in ihrem Leben, stehen die meisten Menschen vor einem gewaltigen Hindernis – einem tiefen Fall. Ihr Selbstvertrauen, ihr Glaube und ihre Lebensziele werden massiv erschüttert.
Das Tragische daran ist, dass sich die meisten Menschen von dieser Erfahrung nie erholen! Sie werden von der schlimmsten Krankheit befallen – der Gleichgültigkeit. Das führt sie zu einem mittelmäßigen, „sicheren“ Leben – ohne Zufriedenheit und geplagt von Schuldgefühlen.
Doch einige wenige erholen sich, lernen aus ihren Fehlern und entwickeln sich zu erfolgreichen Persönlichkeiten. Sie überwinden ihren Egoismus und erlangen Demut. Indem sie einen starken Charakter formen, der ihnen in Erfolgen wie in Schwierigkeiten Halt gibt, schreiten sie mit neuem Selbstvertrauen und Zielstrebigkeit ihrem Weg entgegen. Und sie erreichen die Gipfel, die sie sich vorgenommen haben.
Gipfel zu Gipfel – Nur durch ein Tal
Der Weg von einem Gipfel des Erfolgs zum nächsten führt niemals über Seilbahnen; man muss immer ein Tal durchqueren.
Oftmals vermittelt Erfolg in einem Bereich den Eindruck, dass Erfolg in einem anderen Bereich ein Kinderspiel sei. Doch man muss wieder ins Tal hinabsteigen und den Weg von Neuem beginnen – neue Fähigkeiten erlernen und neue Denkweisen entwickeln. Häufig bedeutet dies, bereits Gelerntes zu verlernen. Man muss bereit sein, dieses Tal des Nichtwissens zu durchschreiten, vom Doktoranden zum Anfänger zu werden, um neue Gipfel zu erklimmen.
Auf dem Weg zum nächsten Gipfel – Bekannte Ufer verlassen, um neue Meere zu erkunden
Oftmals neigen wir dazu, einen ersehnten Gipfel zu verharren. Wir sind nicht bereit, uns neuen Herausforderungen zu stellen, die sich am Horizont abzeichnen. Wir fühlen uns im Bekannten wohl und fürchten uns davor, es hinter uns zu lassen und uns auf ein neues Abenteuer einzulassen.
Doch diese Tendenz birgt auch Gefahren. Früher oder später verliert der aktuelle Höhepunkt an Bedeutung. Man denke nur an das Schicksal der Schreibmaschine nach dem Aufkommen des Computers; sie wurde schlichtweg von einer anderen Technologie verdrängt.
Es gab eine Zeit, da erlebten Ferngesprächszellen in unserem Land einen Boom. Mit der Einführung der Mobilfunktechnologie und den erschwinglichen Handys sowie den niedrigeren Tarifen verschwand das Geschäft mit den Ferngesprächszellen beinahe vollständig.
Daher ist es manchmal notwendig, bekannte Gipfel zu verlassen, ins Tal hinabzusteigen und neue Gipfel zu besteigen. Wenn wir uns bewusst für den Abstieg entscheiden, behalten wir die Kontrolle.
Werden wir jedoch bergab gedrängt, verlieren wir die Kontrolle und könnten eine böse Überraschung erleben.
So ist die Reise des Lebens ein kontinuierlicher Marsch von bekannten Gipfeln zu neuen.
Wir können so viel aus den Lektionen lernen, die uns die Berge bieten.
Damit unsere Lebensreise erfolgreich ist, brauchen wir eine Vision von den Gipfeln, die wir erklimmen wollen, ein Zielbewusstsein, das uns antreibt, Vertrauen in unsere Fähigkeiten, wenn der Weg schwierig wird, Mut, neue Wege zu beschreiten, die uns zu unseren Gipfeln führen, die Fähigkeit, Rückschläge zu überstehen, daraus zu lernen und weiterzumachen, und schließlich den Mut, auf der Reise namens Leben zu neuen Gipfeln aufzusteigen.










