Unübertroffen ist der Selbstverwirklichte, der sein reines Selbst erfahren hat. Sein Wissen hat das Selbst zum Gegenstand der Erkenntnis gemacht. Sein Streben zielt auf das vollkommene Verweilen im Selbst. Indem er in jedem Augenblick Karma auflöst, bewegt er sich stetig auf den Zustand der Befreiten zu. Mit der Selbstverwirklichung ist ein neues Bewusstsein erwacht und durchdringt sein ganzes Wesen.
Das Leben des Bewusstseins
Der Erleuchtete lebt ein Leben voller Bewusstsein. Ständige Selbstwahrnehmung bewahrt ihn vor allen Umständen, die sich ihm in den Weg stellen, und so ist er mühelos frei von Zweifel und Furcht. In der Identifikation mit seinem wahren Wesen lebt er ohne Zweifel. Selbst unter widrigsten Umständen neigt er nicht zum Klagen und strebt nicht nach Veränderung. Die drei Welten mögen sich auf den Kopf stellen; dennoch wankt er nicht in seinem rechten Glauben.
Ich bin Bewusstsein. Nichts anderes als Bewusstsein gehört mir. Mein wahres Wesen, das ich erkannt habe, kann niemals verloren gehen. Niemand kann in mein wahres Wesen eindringen. Nichts auf der Welt kann mein wahres Wesen verändern. Wer dies erfährt, kennt keine Furcht. Ob unter Menschen oder im Wald, er weilt im Verborgenen in seiner Höhle des Bewusstseins.
Der Unwissende, der sich mit dem Körper identifiziert, fürchtet den Tod beim Anblick von Veränderungen an seinem Körper. Der Erleuchtete erfährt sein ewiges Selbst deutlich getrennt vom sterblichen Körper und bleibt daher selbst im Augenblick des Todes furchtlos. Über das Wesen des Selbst zu sprechen mag Ruhm bringen, aber nicht den Zustand der Furchtlosigkeit.
Der Selbstverwirklichte ist unerschrocken und tiefgründig. Er weiß, dass keine Widrigkeit die Macht hat, in sein Bewusstsein einzudringen und seine Verbindung zum Selbst zu stören. So überwindet er selbst die größten Schwierigkeiten.
Tiefe Gelassenheit
Der Erleuchtete hegt kein Verlangen nach weltlichem Wohlstand. Der Reichtum der drei Welten ist für den Selbstverwirklichten wie bloße Asche. Warum sollte ein solcher Mensch, der den Reichtum des Selbst erfahren hat, die vergänglichen Besitztümer der Welt begehren? Selbst wenn sich die ganze Welt in Gold verwandelte, erscheint sie ihm aufgrund seiner Leidenschaftslosigkeit wie ein Grashalm.
Der Erleuchtete beschreitet den Pfad absoluter Freiheit; keine weltliche Tätigkeit kann ihn binden. Aufgrund seiner Rolle bleibt er, selbst im Krieg, aufgrund seines rechten Glaubens unbeteiligt. Der Unwissende hingegen, dessen Überzeugungen unverändert geblieben sind, mag der Welt entsagt haben, und obwohl er meditiert, ist er stark an sie gebunden. Er glaubt, durch Veränderungen in der Welt glücklich zu werden. Daher durchlebt er endlose Zyklen von Geburt und Tod.
Erleuchtete sind die Verkörperung des Dharma. Sie zu erkennen bedeutet, den Dharma zu verstehen. Mit ihnen in Verbindung zu treten bedeutet, sich dem Dharma zu öffnen. Wer das Leben eines Erleuchteten wahrhaft erfasst, erlangt gewiss den Dharma. Durch weise Worte, sein Wesen und seine Gemeinschaft erhebt er die Suchenden und führt sie zur Erlösung.
Words of Wisdom
Unabhängig wie der Raum selbst, ist der Erleuchtete eine Stütze für alle, die nach dem Selbst suchen. Gestützt auf das unabhängige Selbst, hat er sich von jeder Abhängigkeit befreit und weist anderen denselben Weg. Seine Worte entspringen der Erfahrung des Selbst. Sie ermutigen die Zuhörer, ihr eigenes Selbst zu erkennen und geben ihnen Kraft, diesen Weg zu beschreiten. Die Lehren eines selbstverwirklichten Meisters führen sie zum Ozean des Glücks.
Der Suchende freut sich schon beim Hören der Botschaft des Erleuchteten über die Glückseligkeit des Selbst. Ein Quell der Freude entspringt seinem Herzen. Seine Worte, gleich dem Nektar, besitzen eine unvergleichliche Kraft, sodass er beim Zuhören und Nachdenken alle Sorgen der Welt vergisst, sich von der Identifikation mit dem Körper löst und das göttliche Selbst erfährt. Erfüllt von Erfahrungsweisheit, inspirieren seine Worte die Zuhörer zur inneren Einkehr. Sie sind bereit, den unbedeutenden Reichtum und Wohlstand der Welt für das unendliche Selbst aufzugeben. So erhaben sind die Worte des Selbstverwirklichten.
Das göttliche Antlitz
Der Suchende nach dem Selbst hat nur eine beständige Sehnsucht: Wie erlange ich Selbstverwirklichung? Wie manifestiere ich rechten Glauben, rechte Erkenntnis und rechtes Handeln? Beim Anblick des selbstverwirklichten Meisters beginnt sein Plan, diesen Wunsch zu erfüllen, Gestalt anzunehmen. Beim Anblick eines Königs empfindet der nach Reichtum strebende Mensch Freude und die Gewissheit, dass seine Armut bald verschwinden wird. Ebenso empfindet der Suchende beim Anblick des göttlichen Antlitzes des Meisters Hochmut und gewinnt die Zuversicht, dass auch er wie dieser Selbstverwirklichung erlangen kann. Die Begeisterung des Aspiranten wächst, seine Liebe strömt über, während er Glück und Reinheit erfährt.
Voller Ehrfurcht vor dem Meister fragt er sich, wie der Erleuchtete im Selbst verweilt. Als er dessen Vollkommenheit sieht, schöpft er Inspiration und spricht: „Welch ein wunderbarer Zustand! Auch ich wünsche mir solchen Frieden, solche Glückseligkeit und solche Leidenschaftslosigkeit. Ich habe meinen Meister gefunden, der mir die Mittel zur Selbsterkenntnis vermitteln wird. Wenn ich sie praktiziere, werden meine weltlichen Sorgen enden und auch ich werde die Glückseligkeit der Befreiung erlangen.“
Gesellschaft des Meisters
Der Suchende betrachtet die Gegenwart des Erleuchteten als große Zuflucht und es als großes Glück, ständig in seinem Schutz zu leben. In dieser Gemeinschaft fühlt er sich überaus glücklich, friedvoll und geborgen. Nicht einen Augenblick lang denkt er an die vergänglichen Freuden der Welt. Indem er den Meister stets vor Augen hat, erhebt der Suchende seinen Zustand und strebt danach, sein ganzes Leben im Einklang mit dem des Meisters zu führen.
Einst sahen drei Jungen auf ihrem Schulweg in Abu einige Affen. Sie bekamen große Angst. Da sahen sie einen Mann vorbeigehen. Sie baten ihn inständig, ihre Hände zu halten und sie zu begleiten. Der Mann willigte liebevoll ein. Obwohl er den Kindern keine Waffe gab, vermittelte ihnen seine Berührung ein Gefühl von Mitgefühl und Wärme. Furchtlos gingen sie den einsamen Weg entlang, so glücklich und zuversichtlich, dass sie die Affen völlig vergaßen und ohne Schwierigkeiten nach Hause kamen. Wie die Kinder braucht auch der Suchende die Hand eines mitfühlenden Erleuchteten, der ihn hält und ihn auf dem Weg zur Befreiung begleitet.
So ist die Gegenwart des Erleuchteten Meisters für den Suchenden wohltuend und heilsam. Wenn ihn der liebevolle Blick des Erleuchteten oder seine nektargleichen Worte erreichen, gerät er in Ekstase. Gestützt auf die kraftvolle, nährende und vollkommen reine Unterstützung durch das Antlitz, die Lehren und die Gegenwart des Erleuchteten, wendet sich der Suchende nach innen und erlangt Selbsterkenntnis.
Gebet zu seinen Lotusfüßen
O mein gütiger Meister! Ich fühlte mich von den karmischen Belastungen erdrückt und die Schwierigkeiten auf der Ebene von Körper, Geist und Umgebung waren gewaltig. Doch Deine Bereitschaft, mir die Hand zu reichen, hat all meine Ängste und Sorgen beendet. O Ozean des Mitgefühls! Dein Mitgefühl ist meine Stärke. Ich fühle mich so geborgen, dass mich nichts besiegen kann. Durch den Mut, den Du in mir geweckt hast, werde ich ungehindert der Befreiung entgegenschreiten und in meiner ewigen Heimat weilen.
Seit Urzeiten lag ich in einem metaphysischen Schlaf, doch nun bin ich überzeugt, dass Deine Gegenwart meine verborgenen Tugenden erwecken kann. O Herr! Geh mit mir. Durch Deine Kraft habe ich danach gestrebt, das Ewige zu erlangen. Ich habe das Ufer der Weltlichkeit verlassen, um das Reich der Erleuchteten zu erreichen. O Gott! Ich bin ein Sünder. Ich bin unendlich oft gestrauchelt und werde gewiss viele Hindernisse auf meinem Weg begegnen. Ich kann vielleicht nicht bei Dir bleiben, doch sei gnädig und wohne stets in meinem Herzen. Willst Du? Du wirst. Du musst es. Du bist mit mir auf meiner Reise, und ich bin gewiss, dass diese Reise nicht enden wird. Bewahre mich bis zum Ende bei Dir.










